Rückblicke aus der Kirchengemeinde

Der diesjährige Weltgebetstag fand am 5. März 2021 in der katholischen Kirche „St. Elisabeth“ statt. Im Vorbereitungsteam machten 16 Frauen, jeweils aus „St. Elisabeth“ und unserer evangelischen Stadtkirche mit.

Unser Programm war bunt, so bunt wie die Vielfalt von Vanuatu. Das ist ein 300.000 Einwohner zählender Inselstaat, der zum australischen Kontinent gehört und eine Ausdehnung vergleichbar von Sylt bis Berchtesgaden hat. 1774 hatte James Cook die 83 Inseln nach seiner schottischen Heimat „Neue Hebriden“ getauft. Ab 1887 kontrollierten Briten und Franzosen das Land und verwalteten es ab 1906 offiziell als gemeinsame Kolonie. Die Kolonialherren eigneten sich große Landflächen an, vor allem für die Abholzung von Sandelholz und die Produktion von Kopra, dem getrockneten Kokosfleisch, das bis heute in der Ölgewinnung, als Dünger, Viehfutter, Energielieferant oder in der Wasseraufbereitung eingesetzt wird. 1980 wurde die Unabhängigkeit erkämpft und die Republik Vanuatu gegründet. „Vanua“ heißt Inseln und „atu“ sich erheben. In der Flagge steht „In God we stand“, also „Mit Gott bestehen wir“. Durch die Kolonialisierung haben 83% der Bevölkerung eine christliche Konfession.

Seit 1980 gibt es ein Frauenwahlrecht, die Gleichberechtigung der Frau ist verbrieft, aber lässt tatsächlich zu wünschen übrig. Am Schlimmsten ist die verbreitete Vergewaltigung in der Ehe.

Auch in der Natur herrscht Licht und Schatten. Die Tourismusbranche wirbt für Vanuatu als einem „letzten Paradies dieser Erde“. Die schwarzen und weißen Sandstrände, die Korallenriffe, die bunten Fische, die schönen Vögel, die Früchte und Nüsse im Wald, die klaren Wasserfälle und ziemlich moderate Temperaturen sind wahrlich paradiesisch. Doch Vanuatu ist Teil der Globalisierung und weltweit am stärksten vom Klimawandel bedroht. Höhere Wassertemperaturen gefährden die Fischbestände und lassen die Korallen sterben. Der Meeresspiegel steigt, die Dürren nehmen zu - wie auch die tropischen Wirbelstürme und die extremen Regenfälle.

Diesem Klimawandel, den die Insulaner nicht verursacht haben, müssen sie trotzen. In 2020 hat Vanuatu vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag die Industriestaaten auf Schadenersatz verklagt. Vanuatu ist der Staat mit dem welthöchsten Katastrophenrisiko. Klimagerechtigkeit besteht allerdings nicht nur aus Schadenersatz. Vanuatu braucht Partner, die mit Projekten bzw. Anpassungsstrategien gegen den Klimawandel helfen und die Natur nicht weiter ausbeuten. Dabei können die reichen Länder viel von den Insulanern lernen, die im Einklang mit der Natur leben und einen der besten ökologischen Fußabdrücke in der Welt haben. Sie ernähren sich weitgehend von den Nahrungsmitteln, die sie selbst anbauen oder auf den Inseln haben. Dazu tragen die Insulaner stets ein Lächeln auf den Lippen. Sie gehören zu den glücklichsten Menschen der Welt. Auch wenn die Situation eigentlich keinen Grund mehr dafür bietet.

Lernen können wir weiterhin vom Verzicht der Insulaner. Vanuatu ist weltweit das Land mit dem schärfsten Verbot von Plastik. 2018 kamen Einweg-Plastiktüten, Styropor-Behälter und Trinkhalme auf die schwarze Liste. Verstöße können teuer werden – bis zu 900 Dollar Strafe. Stufe 2 von 2019 umfasst u.a. bestimmte Lebensmittelverpackungen, Plastikbestecke und Einwegwindeln. Die Verbotsliste hat für einen neuen Markt gesorgt – Frauen stellen vermehrt Flechtereien und andere Textilien her, etwa für Taschen und andere Stoffe. Die Nachfrage nach Palmblattverpackungen zog deutlich an.

All diese Geschehnisse haben sich im Programm unseres ökumenischen Frauenteams zum Weltgebetstag am 05.03.2021 wieder gespiegelt. Die Lieder klangen zuversichtlich. Die verlesenen Insel-Biografien zeigten den Mut, wie sich Frauen und Mädchen den Herausforderungen stellen. Unsere drei Klimaaktivistinnen – Dorothea Jessel, Mathea Robatzek und Marlena Schulz- pochten auf aktive Klimabeiträge. Sie zeigten auch Plakate, auf denen stand: Dinos dachten auch sie hätten Zeit; Schützt das Klima; There is no planet B! Etliche vom Frauenteam hatten traditionelle Speisen von Vanuatu zubereitet, die sich die Besucherinnen und Besucher in der Kirche mitnehmen konnten. Der sonst übliche Verzehr fiel Corona bedingt aus. Das Nationalgericht Vanuatus – Lap Lap – hat unterschiedliche Varianten. Die süße Variante wird aus geraspelten Tarowurzeln, Cassavaknollen, zerdrückten Bananen, Kokosmilch und damit portionsweise umwickelten Bananenblättern hergestellt, die mit Garn verschlossen und nach einer Garzeit von einer Stunde bei 180 Grad im Backofen anschließend – warm oder kalt serviert werden.

Schlussendlich wollen wir uns nochmals auf diesem Wege herzlich bei den Frauen der gastgebenden katholischen Kirche für den geschmückten Altar und Kirchenraum sowie bei den Teilnehmenden für ihr Kommen und die Kollekte für die Unterstützung von Klimaprojekten bedanken.

Text und Fotos: Helga Lagemann

In diesem Jahr wurde der Weltgebetstag von einer Gruppe Frauen aus Simbabwe vorbereitet. Dieses afrikanische Land ist nach der Befreiung von der Kolonialmacht durch Machtmissbrauch und Korruption der neuen Regierung anhaltend in große wirtschaftliche Not und politischen Schwierigkeiten geraten.

In dem Gottesdienst, der von evangelischen und katholischen Frauen aus verschiedenen Gemeinden vorbereitet wurde, ging es demzufolge auch um verschiedene Situationen, in denen sich Frauen mit ihren Familien in Simbabwe heute befinden. Als zentrales Leitwort galt der Spruch Jesu zu einem gelähmten Mann am Teich Bethesda: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Neben der farbenprächtigen Gestaltung des Altarraumes, in diesem Jahr in der katholischen St. Elisabeth Kirche, sorgten die sehr rhythmischen und lebhaften Lieder für eine erfrischende und schwungvolle Andacht.

Im Anschluss waren alle Gottesdienstbesucher zu dem liebevoll vorbereiteten Abendessen in die Gemeinderäume der Sankt Elisabeth Gemeinde eingeladen. Dort wurde ein vielseitiges Büfett mit simbabwischen Gerichten angeboten. Die über 50 Gäste konnten in freundlicher Atmosphäre einen schönen Abend in einem afrikanisch gestalteten Ambiente genießen.

So fand auch diese ökumenische Veranstaltung einen fröhlichen Ausklang. Ein herzlicher Dank gilt in diesem Zusammenhang besonders dem Einsatz und der Gastfreundschaft den Frauen aus der Hagenower katholischen Gemeinde.

Nächstes Jahr wird der Weltgebetstag von Frauen aus Vanuatu, einem pazifischen Inselstaat, vorbereitet.

Ulrike Krüger

1.500 Hagenower begrüßten ihre neuen Glocken

 

Am 23. August 2019 wurden in Neunkirchen (Baden-Württemberg) vier der für die Hagenower Stadtkirche vorgesehenen fünf neuen Glocken gegossen. 28 Hagenower Gemeindemitglieder unter Leitung von Pastor Thomas Robatzek waren dabei.

Ein mitreißendes Konzert lockte die Besucher von den Stühlen in der Kirche zu Kirch Jesar.

Am Ende unseres diesjährigen Kindercamps wurden Eltern und anderen Interessierten das Musical „Babel blamabel“ mit großer Freude präsentiert.

Diese Kinderfreizeit wurde nur möglich durch die finanzielle Förderung durch den Landkreis Ludwigslust-Parchim, durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und durch den Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg.

Am vergangenen Sonntag und Montag haben rund 500 Kinder und 50 Erwachsene aus Hagenow und Umgebung den „Karneval der Tiere“ erleben können.

Zum Schluss füllte andächtiges Schweigen den Raum der vollbesetzten Alten Synagoge.

Einen hochinteressanten und anregenden Abend mit Lesung und Gespräch erlebten die Besucher der Stadtbibliothek Hagenow am vergangenen Freitag.

Gut 3.000 Liter leckeren Saft von mehr als 5 Tonnen Äpfeln aus vielen Hagenower Gärten konnten dieses Jahr im Rahmen des Apfeltages gepresst werden. Und das war nur einer der Rekorde dieses nun im 10 Jahr stattfindenden Hagenower Herbsthöhepunkts. Auch die Veranstalter sind zufrieden: Mit über 500 Besuchern konnte auch hier der Rekord des letzten Jahres gebrochen werden.

43 Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren verbrachten vom 12. bis 17. August eine ereignisreiche Woche auf dem diesjährigen Kindercamp in Kirch Jesar.