Das Projekt „Integration“

Offener Gemeinschaftsgarten

Wir gestalten gemeinsam mit Menschen, die Freude daran haben, in Hagenow einen Gemeinschaftsgarten.

Die Idee ist, einen Raum der Begegnung für Menschen zu schaffen, für Alte und Junge, Einheimische und Zugezogene, Kranke und Gesunde, die miteinander eine kleine Oase gestalten, einen Ort zum Spielen, Graben, Pflanzen, Ernten, Feiern, die Natur kennenlernen — einfach zusammen sein und miteinander ins Gespräch kommen. Jede und jeder kann dabei sein, zusehen, mitgestalten und sich mit seinen Fähigkeiten einbringen.

Wir haben im vergangenen Jahr schon einiges zusammen auf den Weg gebracht. Auf unserem Gartengrundstück, das seit 10 Jahren brach lag, ist

  • ein Brunnen gebohrt worden mit Handpumpe
  • eine große Fläche umgegraben worden, und viele Beete für Gemüse und Blumen sind von etwa 11 Familien und Alleinstehenden gestaltet worden. Es sind noch Flächen frei! Wer möchte ... ?
  • eie alte Hüttenruine abgerissen und das Fundament für eine neue gegossen worden
  • ein Grill und eine Feuerstelle installiert worden
  • ein neues grasgrünes Gartentor gebaut worden

Wir haben viele Spenden von Nachbarn und Freunden bekommen: Blumen, Büsche, einen Rosenstock, Tische und Stühle, Gartengeräte, ein Planschbecken und mehr. Das Lebenshilfewerk hat uns einen Tisch und zwei Bänke gebaut. Wir freuen uns auch sehr, dass unser Projekt durch „Demokratie leben“ vom Landkreis Ludwigslust gefördert wird und von der „anstiftung“.

Dieses Jahr haben wir viel vor:

  • neue Beete anlegen und alte wiederbepflanzen
  • ein Gartenhäuschen, eine Komposttoilette, einen Spielturm und einen Pavillon aufbauen
  • Ernten, Grillen, Spielen, Treffen …, so wie es die Coronabestimmungen zulassen

Mittwochs nachmittags ist unser Gartentreff, wo meistens jemand da ist. Wer Lust hat ist herzlich willkommen!

Wer sich vorstellen kann, sich hier mit einzubringen, wende sich bitte an die Sozialpädagogin Katja Huenges.

Wir haben ein Grundstück von der Kirchengemeinde in der Gartenanlage am Timpenmoor, hinter dem Amt Hagenow Land, zur Verfügung gestellt bekommen.

Arabischklassen in der Evangelischen Schule
Foto: Rihab Alkashto

Seit dem Herbst 2020 sind die etwa 40 Kinder mit arabischer Muttersprache nun im Bioraum der evangelischen Schule untergekommen. Der große und helle Raum ist viel besser geeignet als unsere Räume in der Kirchengemeinde, zumal dort auch die Coronaabstands- und hygienevorschriften eingehalten werden können. Mit viel Freude,  Phantasie und Engagement unterrichtet die Lehrerin Rihab Alkashto jeden Samstag in 3 Gruppen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 5 und 18 Jahren in ihrer Muttersprache. Der großzügige Schulhof der Schule steht ihnen auch zur Verfügung. Während des Lockdowns haben die Schülerinnenn und Schüler über WhatsApp Aufgaben erhalten.

Ziel ist, auf spielerische Art den Kindern ihre Muttersprache in Wort und Schrift zu vermitteln, da sie sie sonst langsam vergessen bzw. auf einem kindlichen Sprachniveau stehen bleiben. Alle Familien haben noch Kontakt nach Syrien oder planen eine Rückkehr nach dem Ende des Krieges.  Auch zum fehlerfreien Erwerb der Zweitsprache Deutsch, ist ein sicheres Beherrschen der Muttersprache und der Grammatik Voraussetzung. Frau Alkashto hat in Syrien 12 Jahre als Grundschullehrerin und zwei Jahre als Schulleiterin gearbeitet. Bewegung, Basteln, Spiele, Tanz und Musik spielen eine große Rolle in ihrem Unterricht. Auch die Jugendlichen haben zum Teil auch noch Probleme in Wort und Schrift, da durch den Krieg in Syrien schon lange kein Unterricht mehr stattfinden konnte. Außerdem unterrichtet sie für die Großen auch Grammatik. Natürlich sind auch Schüler willkommen, die nicht aus Syrien stammen.

Das Angebot wird sehr gerne angenommen, weil der abwechslungsreiche Unterricht Spaß macht und die Teilnehmenden hier Gleichgesinnte treffen. Wenn es wieder möglich ist, werden sie bei Schul- oder Gemeindefesten Auftritte haben, wo sie ihr Gelerntes vorstellen.

Wir versuchen auf Anregung von Frau Alkashto weiter, eine Deutschlehrerin zu finden, die eine Stunde spielerisch, z. B. mit Theater, Liedern, Gedichten u. a. auch die Deutschkenntnisse der Teilnehmenden vertieft. Alle sprechen Deutsch und besuchen die Regelschule, dennoch haben die wenigsten eine Deutschförderung neben dem regulären Unterricht erhalten.

Wunschgroßeltern
Wunschgroßeltern gesucht

Es gibt auch in Hagenow alleinerziehende Mütter oder Väter, die durch Trennung, Beruf und vielen Anforderungen sehr belastet sind. Manchmal kommen dann die Kinder zu kurz, vor allem wenn keine Verwandten in der Nähe sind. Wie wunderbar wäre es, wenn da Großeltern oder eine Oma oder Opa wäre, die einfach mal

  • Zeit haben für das Kind
  • ein offenes Ohr haben
  • Lust haben, etwas zu spielen
  • zum Spielplatz gehen
  • ein Buch anschauen!

Die Familienberatungsstelle des IB (Internationaler Bund) sucht Wunschgroßeltern, die sich vorstellen können, sich z.B. einmal in der Woche mit einem Kind zu treffen (aktuell ein Mädchen aus der 2. Klasse) und ein wenig ihren Weg zu begleiten. Die Kollegin der Beratungsstelle vermittelt den Kontakt und steht immer bei Fragen zu Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Katja Huenges


Über das Projekt

Seit September 2007 gibt es in der Kirchengemeinde eine Projektstelle „Integration“. Anfangs lag der Schwerpunkt der Arbeit in der Begleitung von Spätaussiedlerfamilien, meist aus Russland, Kasachstan und der Ukraine. Etwa 10% der Gemeindeglieder gehörten dieser Gruppe an, fanden jedoch von sich aus kaum Zugang zu den Angeboten der Kirchengemeinde, weil sie das evangelische Gemeindeleben nicht oder nur wenig kannten.

Inzwischen wurde der Arbeitsbereich auf Menschen mit Migrationshintergrund aus den verschiedensten Ländern ausgeweitet. In Hagenow sind das v. a. Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, Iran, Ukraine, aber auch EU Arbeitnehmer. Oftmals handelt es sich hierbei um Familien.

Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema „Migration und Geflüchtete“ in Hagenow ist

Sozialpädagogin Katja Huenges
Kirchenplatz 4
19230 Hagenow
Tel.: 01520 - 53 48 671
katja.huenges@elkm.de

  • Haben Sie vielleicht Kinderkleidung, ein Fahrrad abzugeben?
  • Haben Sie etwas Zeit und sind neugierig darauf, einen Menschen oder eine  Familie aus einem anderen Land dabei zu begleiten, sich hier zurechtzufinden? Begleitung zu Arztbesuchen oder Ämtern, Hausaufgabenhilfe bei einem Kind oder Unterstützung beim Deutschlernen bei einem Sprachkursbesucher sind möglich.

Kommen Sie einfach zu einer der angebotenen Gruppen vorbei und sprechen Sie Frau Huenges an! Viele Familien würden sich sehr freuen, hier in Hagenow einen Ansprechpartner zu haben für alles, was hier neu und anders ist als z.B. in Afghanistan.

Zur Zeit gibt es diese regelmäßigen Angebote:

Wegen Corona können diese Angebote z. Zt. nur stattfinden, wenn es die gesetzlichen Bestimmungen erlauben.

  • Deutschkurs, Donnerstags 15.00 bis 16.30 Uhr in der Baracke an der Kirche.
    Dieser Kurs ist für die allerersten Grundlagen und zur Ermutigung, Deutsch zu sprechen. Teilnehmer sind v. a. Frauen mit Kleinkindern, die keinen regulären Deutschkurs besuchen können, weil sie keinen Krippen- oder Kindergartenplatz haben. Es gibt eine Kinderbetreuung.
  • Alphabetisierungskurs, Montags 10.00-11.30 Uhr in der Baracke
    Dieser Kurs ist für Menschen, die Arabisch, Persisch oder Tigrina schreiben können, aber erst unser Alphabet lernen müssen. Kleinkinder bringen sie mit.
  • Offener Kindersport, Dienstags 15.15 Uhr bis 16.30 Uhr Sporthalle Europaschule im Kietz
    Dieses offenen Angebot für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren wird mitbegleitet von einer Kollegin aus dem ASB Freizeithaus Hagenow.
  • Begegnungsnachmittag für Spätaussiedler und einheimische Hagenower, einmal monatlich, Mittwochs 14.30 Uhr im Parkettraum der Kirche
    Hier treffen sich Menschen zum Austausch und Gespräch über Glaubens- und Lebensfragen bei Kaffee und Gebäck. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte dem Gemeindebrief oder Sie fragen direkt in der Gemeinde bzw. bei Katja Huenges nach.
  • Vermittlung von Lernpartnerschaften für einen bestimmten und absehbaren Zeitraum, in denen ein Helfer regelmäßig einen Lernenden begleitet. Frau Huenges steht dabei für alle Fragen zur Verfügung.